Nachgedacht 1

Vor kurzem hat ein ehemaliger Besucher einen Kommentar zu einem Erlebt Artikel gegeben, der mich zu diesem Nachgedacht 1 Artikel angeregt hat.

Hey Peschi. Das ist ja krass das du dich soweit zurück errinnerst. Aber ich denke # hat bei uns allen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Aber er ist jetzt auf jeden fall ruhiger und hat einen guten Job. Irgendwann kommt bei jedem der Wendepunkt. In die eine oder andere Richtung. Murtaza Rizvi

Ja, wie recht hat Momo doch mit seinem Kommentar. Diesen Aspekt habe ich bei meinen bisherigen Artikeln leider arg vernachlässigt, und das will ich nun nachholen. Um so mehr, als es mir ein wichtiges Anliegen ist, den heutigen Besuchern und Hauptschülern zu signalisieren, dass es möglich ist trotz Hauptschulabschluss (heißt ja dann in Zukunft Werkrealschulabschluss) einen guten Job zu bekommen und was aus seinem Leben zu machen.

Hauptschüler (jetzt: Werkrealschüler), Migrant, Familie mit eher nicht so viel Geld, Polizei bekannt – das sind typische Merkmale vieler unserer Besucher, damals wie heute noch. Dies sind nicht gerade die besten Voraussetzungen für ein gelingendes gutes Leben. Aber dass dies nicht unbedingt heißt, dass man zum Harz 4 Empfänger wird, kann ich mit einigen positiven Entwicklungen von ehemaligen Besuchern belegen.
Da ist einer zum Regionalleiter eine bekannten Schnellimbiss Kette geworden. Ein anderer Besitzer eines, oder sogar zweier Restaurants. Da gibt es einen, der ist Mitarbeiter einer großen Firma – mit Verantwortung für mehrere 100000Euro. Noch einer ist europaweiter Ansprechpartner für die Reparatur bestimmter Elektrogeräte. Einer ist Pächter einer Tankstelle. Ein anderer Eigentümer einer Bäckerei. Nochmal jemand Eigentümer mehrere Friseursalons. Und dann sind da noch diejenigen, die zwar keine „herausragende“ Stelle haben, aber ihre Arbeit zuverlässig machen und ihr geregeltes Einkommen haben, womit sie sich eine Existenz aufbauen können. KFZ-Mechaniker, Barkeeper (das ist ein Ausbildungsberuf!), Fachkraft für Reifentechnik, usw.
Vielleicht werde ich in nächster Zeit mal noch den einen oder anderen Lebenslauf hier bloggen – einfach um Andere zu ermutigen. Dazu muss ich mir aber doch ein paar harte Fakten besorgen, und nicht nur auf meine Erinnerungen vertrauen.

Auch wenn es leider einige nicht so schöne Beispiele gibt, die allergrößte Mehrheit unserer ehemligen Besucher haben sich im Leben etabliert! Sie haben es geschafft! Trotz mancher ungünstiger Voraussetzungen.

DAZU GRATULIERE ICH EUCH ALLEN! Ihr seid SPITZE! Ich bin echt stolz auf Euch! und das nicht weil ich denke, dass ich da was dazu beigetragen hätte – sondern weil die meisten von euch mir einfach ans Herz gewachsen sind – trotz manchem Stress und Frust, den wir miteinander hatten (ich mit Euch und Ihr sicherlich mit mir!) 🙂

 

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Erlebt 5

Aus meiner Anfangszeit im Makarios. Und bitte beachten: das ist schon über 10 Jahre her, es könnte sein, das eine oder andere ist nicht 100% so gewesen.

Es ist schon erstaunlich, was Jugendliche so alles anstellen können, bis sie dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Als mahnendes Beispiel ist mir # in Erinnerung. „Typischer“ türkischer Jugendlicher. Hauptschüler, Eltern mit der Erziehung überfordert. (mit „typisch“ türkischer Jugendlicher meine ich NICHT: Hauptschüler und NICHT Eltern mit der Erziehung überfordert. Sondern hin und her gerissen zwischen zwei Kulturen!) Er kam schon als Kind ins Makarios. Mit 13/14 Jahren wurde es dann extrem. Mit 18/19 Jahren wurde er schließlich abgeschoben. Er hatte die Wahl zwischen einigen Jahren Knast und der Abschiebung in die Türkei. Er kam dann einige Jahre später (als seine „Strafe“=Abschiebung in die Türkei, abgesessen war) wieder nach Deutschland, sogar in die Nähe von Esslingen und ist inzwischen – zumindest soweit ich das weiß – ein „guter“ Bürger. Verheiratet, wenigstens ein Kind.

Ich kann mich nur noch an ein paar Dinge erinnern, was alles passiert, bzw. was er „ausgefressen“ hatte!

– Diebstahl eines Mofas. Unfall mit dem Mofa. Der Besitzer wollte das Geld einklagen. Ich habe in einem längeren Telefonat abgesprochen, dass # in Raten den Schaden bezahlt. # hat keine einzige Rate bezahlt und bekam drei Monate später eine entsprechende Zahlungsaufforderung, die er nicht leisten konnte.

– Fahren ohne Führerschein mit einem Auto. Einmal mit dem Auto seines Vaters, dann mit einem gestohlenen Auto von einem Autohändler.

– Mehrere „kleinere“ Diebstähle. Kaugummis, Kondome, usw.

– Eigen verschuldeter Unfall, wegen überhöhter Geschwindigkeit in einer Kurve. Dieser Unfall war unweit des Makarios. Es gab einen Anruf, dann sind einige Jugendliche und ich zu der Stelle gefahren, und haben das Auto wieder auf die Räder gestellt – # war nichts passiert – was mich noch immer erstaunt. Aber die Polizei fand das ganze nicht so lustig. 😦

– …

Alles in allem waren es tatsächlich eher „Jugendsünden“, als „echte“ Straftaten. Wenn ich von „Jugendsünden“ schreibe, dann meine ich damit, dass es Taten waren, die nicht deshalb getan wurden um sich den Lebensunterhalt zu verdienen, oder sich zu bereichern, sondern um die eigene „Lust“ zu befriedigen. Das ist nicht besser oder schlechter als andere Straftaten, aber eben „anders“.

Könnte sein, dass ich da verschiedene Jugendliche durcheinander bringe, aber insgesamt waren es am Schluss über 70 Straftaten über die verhandelt wurde/deren er angeklagt war. Immer wenn es zu einer Gerichtsverhandlung kam, hatte # eine Lehrstelle, wodurch eine Verurteilung unwahrscheinlich wurde. Dass er diese dann entweder nicht angetreten hat, oder nach kurzer Zeit einfach nicht mehr hin ist, hat keine Rolle gespielt. # spielte seine Rolle so gut, dass er immer jemanden fand, der sich für ihn einsetzte (Sozialarbeiter, Jugendgerichtshilfe, Richter…) und er um eine Strafe im Knast/Jugendarrest herum kam. Und welche Wirkung Arbeitsstunden haben, lass ich hier mal weitestgehend offen -> lest meine anderen Erlebt Berichte

Als sein Vater mit nicht mal 40 Jahren an einem Herzinfarkt starb, und # damit ( mit 16 Jahren!) das Familienoberhaupt über einen jüngeren Bruder, eine Schwester und eine Mutter wurde, sah es kurzfristig so aus, als ob die Verantwortung ihn zur Vernunft bringen würde. Doch dann war es vorbei. Was genau ihn schließlich in den Knast gebracht habe, weiß ich nicht mehr – vielleicht haben wir auch nie darüber gesprochen. Als ich ihn kurz vor seiner Abschiebung im Jugendgefängnis besuchte, war er „gefasst“ – und fühlte sich doch total ungerecht behandelt.
„Andere haben dies und das getan, und die dürfen bleiben. Und ich soll in die Türkei. Ich kenn doch da niemanden. Meine ganze Familie ist doch hier in Deutschland….“

Fazit: nicht nur aus diesem Erlebnis ist, dass es oftmals besser wäre, wenn man den Jugendlichen rechtzeitig einen echten „Schuß vor den Bug“ geben würde – heißt einige Tage Jugendarrest. Vor einiger Zeit habe ich einen Staatsanwalt kennen gelernt, mit dem ich mich über dieses Thema unterhalten habe. Er meinte, dass er nie! Sozialstunden fordern würde, sondern immer (Jugend-) Knast oder Geldstrafe (wobei Geldstrafe in Sozialstunden umgewandelt werden kann), weil er die Meinung hätte, dass Sozialstunden gar nichts bringen würden.

Gehört 1

Hat mir meine Praktikantin erzählt.

Es geht um einen Arbeitsstündler.
„Wir haben ihn die Spiele ausräumen lassen damit er schaut, ob alle noch vollständig sind. Dann habe ich ihm gesagt er soll noch die Schränke auswischen, bevor er die Spiele wieder einräumt. Ich stell ihm also einen Eimer hin, Spüli und einen Lappen. Und was macht der? Ich denke natürlich, der macht den Lappen naß, bevor er Spüli drauf tut. Aber nein, ich schau hin und tatsächlich macht der auf den trockenen Lappen Spüli drauf und will die Schränke auswischen. Ich sehe das und frage, ob er so die Schränke auswischen will – er warum nicht? Unglaublich oder?“

Wir haben herzlich gelacht. Aber eigentlich traurig. Vermutlich hat der Jugendliche noch nie in seinem Leben einen Tisch oder so was abgewischt, und er ist nicht willens oder fähig sich zu überlegen, wie denn das gehen könnte mit dem Tisch abwischen.

Erlebt 4

Ist schon einige Jahre her.

Wir waren mit einem Bus voller Jugendlicher, alle zwischen 15 und 17 in Witzwort. Das ist ein Dorf ziemlich weit im Norden von Deutschland, unweit der Küste. Dort hatten wir ein tolles Haus angemietet, das viel Platz bot, so dass die Einen die Nächte durchmachen konnten, während die Anderen schliefen. Es war die erste längere Freizeit (7 Tage), die ich mit Jugendlichen aus dem Makarios machte. Mein damaliger Praktikant Rajive hatte einen sehr guten Draht zu vielen unserer Besucher und deshalb konnten wir dann auch mit sieben Jugendlichen fahren.

Wir hatten eine echt gute Zeit. Mit vielen Gesprächen und coolen Unternehmungen. Die meisten unserer Jugendlichen waren noch nie über Esslingen raus gekommen – außer halt mit dem Flugzeug in die Türkei. Für die war das schon was ganz besonders. An einem Tag wollten sie eine Wattwanderung machen. Ich habe darauf bestanden, dass sie nicht einfach alleine über das Watt laufen, die hatten ja keine Ahnung, wie man sich da benimmt. Es war aber schnell klar, dass eine geführte Wattwanderung den Jungs zu blöd und zu teuer werden würde. Schade – heute würde ich vermutlich die Kosten übernehmen um den Jugendlichen diese Erfahrung zu ermöglichen. Damals hab ich vor allem darauf geschaut, dass wir nach der Freizeit noch etwas vom Jahresetat übrig haben (was ja auch seine Berechtigung hat). Also sind sie nicht Wattgewandert – zumindest nicht geführt. Aber sie haben gesehen, wie es aussieht und sind mal ein Stück drauf gegangen. 🙂

Am Tag unserer Rückfahrt, wollten zwei der Jugendlichen unbedingt mit dem Zug alleine zurück nach Esslingen fahren. Es gab damals ein Ticket für wenig Geld, womit man durch ganz Deutschland fahren konnte, allerdings durfte man nur bestimmte Züge benutzen (ein Vorläufer des Schönen Wochenende Tickets). Ich hatte zwar meine Bedenken, aber die Jungs waren ja nicht auf den Kopf gefallen.

„Seid ihr sicher, dass ihr das wollt?“
„Klar, ist doch cool.“
„Und was macht ihr, wenn ihr irgendwo nicht weiter kommt?“
„Wieso sollten wir nicht weiter kommen?“
„Also soweit ich weiß, gilt das Ticket doch nur für so Bummelzüge. Ich bin mir nicht sicher, ob ihr damit heute noch nach Esslingen kommen werdet.“
„Ach das klappt schon.“

Wir also an den nächsten Bahnhof, die beiden am Bahnsteig abgeliefert – geschaut, dass sie auch ein Ticket kaufen 🙂 und den Zug rausgesucht, in den sie einsteigen sollten. Tschüß gesagt und dann weiter gefahren. Ich denke, dass ich noch mit den Eltern der Jungs gesprochen habe, und ich meine, wir hätten sogar einen Bahnbeamten (sowas gab es damals noch) gefragt, ob die damit bis nach Stuttgart fahren könnten – kann mich aber nicht mehr daran erinnern.

Wir waren noch keine halbe Stunde gefahren, als ein Handy klingelte (es gab schon Handys, aber mit denen konnte man nur telefonieren und das war ziemlich teuer – etwa 1,60 DM (=0,80cent) pro Minute). Einer der beiden Zugfahrer war dran. Wir sollten sie an dem und dem Bahnhof wieder abholen.
Ich war dachte nur, dass darf doch nicht wahr sein. Zuerst große Klappe und dann schon wieder den „Schw…“ einziehen. Ich hatte keine Lust die Abzuholen. Warum auch? Die wollten doch mit dem Zug ein Abenteuer erleben und jetzt schon aufgeben?
Letztlich sind wir dann doch zu dem Bahnhof gefahren, den die beiden genannt hatten. War ein gewaltiger Umweg und ich war echt genervt.

Wir am Bahnhof – Zug fährt ein – tatsächlich die beiden sind drin. Steigen aus. Ich frage:“ Was war das jetzt bitte?“
„Da kam der Schaffner. Der hat gefragt, wo wir hin fahren wollen. Als wir gesagt haben, nach Stuttgart hat der gemeint, das würden wir heute sicherlich niemals schaffen. Da haben wir Panik bekommen. Deshalb dann angerufen.“

Tja. Dann sind wir halt alle mit dem Kleinbus zurück.

Erlebt 3

Ein Samstag vor kurzem. Anruf auf meiner Mailbox (Handy war am Wochenende tagsüber ausgeschaltet, weil wir als Familie ziemlich im Stress mit dem Aufbau von Möbeln waren).

„Hallo hier ist #. Ich hab den Makarios gemietet und kann hier nicht rein. Ihre Mitarbeiterin hat mir die falschen Schlüssel gegeben. Rufen Sie mich bitte an.“

30 Minuten später (ich hatte den ersten Anruf noch gar nicht abgehört).

„Hallo hier ist wieder #. Ich muss in den Makarios. Wenn Sie mich in den nächsten 30 Minuten nicht zurück rufen, dann ruf ich einen Schlüsseldienst und der macht denn hier auf und bezahlen müssen Sie den dann.“

60 Minuten später (ich hab immer noch nicht die Anrufe abgehört), klingelt mein Telefon bei mir zuhause. Mein Frau geht ran und sagt: „Andreas für Dich.“

„Peschke“
„Hallo hier ist #. Ich bin der Onkel von # und die hat heute das Makarios gemietet. Leider kommt sie nicht rein. Sie hat wohl die falschen Schlüssel.“
„Oh, falsche Schlüssel kann ich mir nicht vorstellen. Kann es sein, dass die Zwischentür abgeschlossen ist, und sie dafür keinen Schlüssel hat?“
„Ja, für die Zwischentür. Muß wohl ein falscher Schlüssel sein.“
„Nein falsch sind die Schlüssel nicht. Nur haben Sie keinen für die Zwischentür, weil die nicht abgeschlossen gehört. Da hat meine # wohl Mist gebaut. Tut mir leid.“
„Können Sie kommen?“
„Na, muss ich wohl.“
„Wie lange dauert das?“
„10 Minuten. Ich fahre gleich los.“
„OK, gut. Vielen Dank.“
„Bitte. Bis dann.“

Ich will losfahren. Meine Frau meint, ich solle # anrufen. Schließlich hat # es verbockt (wir sind an dem Wochenende sowie so voll im Stress!). Ich denke: Gute Idee und rufe an. Tatsächlich ist # gleich bereit sich auf den Weg zu machen – # hat im „Tran“ die Tür abgeschlossen.

Kein weiterer Anruf. Muss wohl alles geklappt haben.

Warum ich das hier poste? Weil ich mich als Jugendlicher nicht getraut hätte dem Jugendhausleiter zu drohen, dass ich den Schlüsseldienst anrufe. Ganz schön frech eigentlich, oder?

Erlebt 2

Telefon klingelt.
„Für Dich Peschie.“
„Peschke.“
„Ja hallo, hier ist #. Sag mal hast Du denen was geschrieben?“
„Hallo #. Schön, dass Du Dich meldest. Wem soll ich was geschrieben haben?“
„Na denen von Sozial…!“
„Ja, die haben nachgefragt wie viele Stunden Du gemacht hast. Das habe ich denen geschrieben und dass Du am Sonntag nicht, wie vereinbart, da warst.“
„Ja Sonntag konnte ich nicht. Ich hab mich mit Freunden getroffen.“
„Jetzt hör mal. Ich halte hier Arbeit für Dich bereit und Du kommst einfach nicht. Was soll das? Ich plane Dich doch ein und dann bleibt die Arbeit liegen und im blödesten Fall muss ich es selber machen. So geht das nicht. Ich möchte, dass Du da bist wie wir es ausgemacht haben. Sonst suchst Du Dir eine andere Arbeitsstelle.“
„Wann habt ihr nochmal auf?“
„Immer noch Dienstag, Donnerstag und Freitag ab 16 Uhr kannst Du kommen.“
„Sonntag auch?“
„Klar Sonntag auch. Kommst Du dann Donnerstag?“
„Donnerstag geht nicht, ich komm Freitag.“
„Gut, dann Freitag.“
„Tschüß“
Klick
„Tschüß“

Kommentar? Ich denke ich bin zu barmherrzig, und dass es spätestens am Freitag zum Bruch kommt-entgültig.

Erlebt 1

Vor kurzem im Jugendhaus

Kennt ihr das? Man sieht wie ein Jugendlicher etwas tut, was er nicht soll oder darf! Man spricht ihn drauf an und was tut er? Er sagt:“Nein, das stimmt nicht!“ „Ich habe Dich doch gesehen!“ „Nein, das war ich nicht“ „Willst Du sagen, ich hab Halluzinationen?“ „Nein, aber vielleicht hast Du Dich vertan“ …

Ich nenne das: Junkiewahrheit.

Heute mal wieder erlebt: Ein Jugendlicher der Arbeitsstunden machen muss. Ich gebe ihm eine Aufgabe. Da viel los ist, komme ich erst nach einer halben Stunden dazu, mal wieder in seine Richtung zu schauen. Gerade geht ein Besucher zu ihm in den Raum (in dem er arbeitet). Ich rufe:“# soll arbeiten und nicht quatschen“ Antwort:“Nur kurz zwei Minuten“. Ich werde abgelenkt und etwa 15 Minuten später kommt dieser Jugendliche, und bringt mir seine „Aufgabe“ fertig. Ich frage:“Wieso bringst Du mir die Sachen?“ Antwort:“Weil ich jetzt gehe“. Ich sage: „Du kannst noch nicht gehen, Du musst mir noch bei was helfen“ Antwort:“Es ist Wochenende, ich will gehen“ Ich sage nochmal:“Du musst mir noch bei was helfen, dann kannst Du gehen.“ Antwort:“OK“. Ich schicke ihn runter und gehe in den Raum, in dem er gearbeitet hat, um zu schauen ob alles dort i.O. ist. Der Raum ist soweit i.O. doch es fallen zwei Plastikbecher auf, die auf dem Fenstersims stehen. Ich gehe hin, nehme sie und rieche….

Kehrtwendung, ich will mit dem Jugendlichen sprechen. Sehe wie dieser aus der Eingangstür geht und verschwindet. Ich denke: Wenn der jetzt geht, dann auf nimmer Wiedersehen! Doch….keine 20 Sekunden später ist er wieder da. Ich erkläre ihm:“ #, bei uns darf man nicht rauchen, keinen Alkohol trinken. Ich habe Dir schon mal gesagt, dass ich nicht möchte, dass Du bevor Du kommst was trinkst. Und ich kann erst recht nicht dulden, dass Du hier, während Du bei uns bist was alkoholisches trinkst.“ Antwort:“Ja ich habe heute was getrunken, bevor ich herkam.“ Ich:“Mag sein, aber Du hast vor allem was getrunken als Du hier warst. Das geht absolut nicht. Wenn Du weiterhin Deine Arbeitsstunden hier machen willst, dann lass das. Es ist sonst definitiv vorbei!“ Er: Ok, ich hab ein wenig getrunken. Soll nicht wieder vorkommen, aber schrei nicht so!“ Ich: „Ich schreie doch nicht“ Antwort:“Aber Du wirst lauter“.

Also noch eine letzte Chance für #, mal sehen ob er sie nützt. Ich bin skeptisch.

# steht für den Namen des Jugendlichen