Erlebt: Kornberg 2012

Vor kurzem waren wir mit dem Makarios, nach längerer Pause, mal wieder auf dem genialen Zeltplatz des CVJM Esslingen auf dem Kornberg. Der Platz liegt mitten im Naturschutzgebiet. Es gibt eine Hütte mit Toiletten (ohne Spülung) und Waschbecken (ohne fließend Wasser). Vier Tage, bzw. drei Nächte verbrachten wir dort mit insgesamt neun Jugendlichen zwischen 10 und 14 Jahren. Wir das waren drei Mitarbeiter aus dem Makarios (einer davon ich!).

Folgendes hat sich (dort) ereignet:

In der Woche vor den Pfingstferien hatten wir sechs Anmeldungen. Also gingen wir in der Schule nochmal kräftig einladen. Und tatsächlich, am Nachmittag klingelte dreimal mein Telefon – Eltern die ihre Kinder anmelden wollten. Hurra – wir machten aus, dass die Jugendlichen am nächsten Tag die Anmeldungen in den Briefkasten des Makarios werfen sollten. Doch am Tag darauf war nichts im Kasten 😦 ich also ran an mein Telefon und nachgefragt (glücklicherweise gibt es ja sowas wie Anruferkennung!). Doch der erste Rückruf war gleich frustrierend: „Hallo, hier spricht Andreas Peschke vom Makarios. Wir hatten gestern gesprochen, wegen der Zeltfreizeit. Wir hatten ausgemacht, dass die Jungs ihre Anmeldungen im Makarios einwerfen. Aber ich hab nichts gefunden. Nun wollte ich nachfragen, ob die Jungs mitkommen.“
„Ne, wir haben schon was anderes vor.“
„Schade. Aber wenn ihr es euch noch anders überlegt, dann meldet euch. Bis dann.“

Am Montag, zwei Tage vor der Abfahrt gab es dann sieben Anmeldungen. Fünf Mädchen, zwei Jungs. Und am Abfahrtstag kamen dann doch noch die zwei Jungs dazu. Es stellte sich heraus, dass ich mit dem Vater telefoniert hatte und dieser nicht wusste, dass ich der war, bei dem er seine Jungs anmelden wollte. Gleichzeitig hatte der ältere der Jungs behauptet, die Anmeldung bei uns eingeworfen zu haben. Nun ja, war nicht so schwierig, wir hatten ja noch Platz in einem Auto. Wegen Essen – das müsste auch reichen!  Doch da wussten wir noch was entscheidendes nicht: drei der Jungs essen nur Helal Fleisch und Wurst! Also nach speziellem Ritus geschlachtetes Tier!

Doch auch das bekamen wir in den Griff – schließlich gibt es vegetarisches Essen.

Wir hatten dort dann viel Regen, wenig Sonne, aber dafür umso mehr Spaß miteinander. Am Samstag Morgen, dem Abfahrtstag, wollten die Jugendlichen gar nicht nach Hause! Na das ist doch mal eine Ansage.

Hier noch einige Originalzitate:

Ein Ball liegt auf der Wiese, wo er definitiv nicht hingehört.
Andreas sagt: Hey schießt die Bälle hier nicht in der Gegend herum!
#: Ich hab nicht geschissen.

# hat Streit mit einer Menge Mädchen. * gibt # einen Zettel und sagt: „nur ein Todesbrief nichts schlimmes“.
# will den Zettel lesen und sagt: „ich les das alleine“.
Nach kurzer Zeit zu %: „Kannst Du mir das vorlesen, ich kann es nicht.“

Christiane: Wir grillen heute Abend!
*: und was essen wir heute Abend?

* erzählt, dass er abends öfters nichts isst. „Ich esse Mittags öfter ziemlich viel. Und dann manchmal noch ein Stück Kuchen. Da habe ich dann Abends einfach keinen Hunger mehr.“
Darauf #: „Was wir hatten heute doch keinen Kuchen!“

Beim Geländespiel mit GPS Geräten werden in zwei Gruppen verschiedene Wegpunkte abgelaufen. Dort sind Hinweiszettel, welches der nächste Wegpunkt ist und Süßigkeiten versteckt. Die Mädels haben an ihrem ersten Wegpunkt, statt ihr eigenes, das der Jungs gefunden und mitgenommen. Unabsichtlich! Als das sicher geklärt ist, sagt Andreas: „Ich finde die Mädchen sollten sich bei den Jungs entschuldigen, dass sie die Sachen vom Wegpunkt der Jungs mitgenommen haben.“
„Nein niemals. Was können wir dafür, wenn die Jungs zu blöd sind ihren Punkt zu finden?“
„Hallo, sie konnten nichts mehr finden, weil ihr die Sachen von ihrem Wegpunkt mitgenommen habt.“
„Wir haben ihre Sachen nicht genommen. Unsere Geräte haben null Meter angezeigt.“
„Das kann ich mir nicht vorstellen, dass die GPS Geräte so ungenau sind.“
„Wieso ungenau. Wir haben nur unsere Sachen genommen“
„Sagt mal. Rede ich eine fremde Sprache, oder habt ihr was auf den Ohren? Eure Sachen waren noch da. Also habt ihr die Sachen der Jungs genommen.“
„Nein, haben wir nicht!“
„Doch!“
so geht es eine Weile weiter
Andreas:“Sagt mal, man kann sich doch entschuldigen, wenn man erkennt dass man einen Fehler gemacht hat, absichtlich oder nicht. Da fällt einem doch kein Zacken aus der Krone.“
„Schrei doch nicht so.“

„Du hast gesagt, wir dürfen heute zu fünft in ein Zelt.“
„Nein hab ich gar nicht“
„Was echt nicht?“

Andreas:“Das Beil bitte nicht so benutzen, dass man direkt auf dem Boden hackt. Wenn das in den Boden geht, und da ist ein Stein, dann wird es stumpf!“
# nimmt das Beil. Einen Stock. Hackt auf dem Boden mit dem Beil ein.
„Hallo, # was hab ich grade gesagt“
Achselzucken. Und dann doch noch die Antwort: „Nicht mit dem Beil direkt auf dem Boden hacken“

„Darf ich Feuer machen?“
Andreas:“Wenn wir Mittag gegessen haben, dann machen wir das Geländespiel und danach kannst Du Feuer machen.“
10 Minuten später.
„Darf ich Feuer machen?“
Andreas:“Erst essen wir zu Mittag. Dann machen wir das Geländespiel. Danach kannst Du zündeln.“
7 Minuten später.
„Kann ich Feuer anmachen?
„Was hab ich eigentlich die ganze Zeit gesagt? Erst Mittagessen. Dann Geländespiel. Dann Feuer.“
Nochmal einige Minuten später.
„Wann kann ich Feuer anmachen?“

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